Jahreshauptversammlung 2016

Der erste Kassierer des MGV Vinkrath 1925, der auch schon 39 Jahre sein Amt ausübt, verfasste folgende Rede für den scheidenden Vorsitzenden des Vereins.

Lieber Franz Josef!

Vor wenigen Tagen hast Du Deinen einundachzigsten Geburtstag gefeiert. Auf Deinem langjährigen Lebensweg habe ich Dich mehr als ein halbes Jahrhundert begleitet. Es entstand eine Seelenverwandtschaft, begründet durch die beiderseitige Liebe zum Chorgesang. Und daraus ist eine enge Freundschaft entstanden. Diese Freundschaft wurde im Privat- und Vereinsleben nie in Frage gestellt. Wir haben beide in unserem Leben viele Höhen und Tiefen durchlebt, aber immer gab es eine Zukunft.

Wenn ich die Jahre an meinem geistigen Auge vorüberziehen lasse, sehe ich Dich im Jahre 1964, als Du bei der Jahreshauptversammlung zum Vorsitzenden gewählt wurdest. Du hast mehr oder weniger das Vermächtnis Deines verstorbenen Vaters übernommen. Ich glaube, ich bin der einzigste in dieser Runde, der die Sternstunde des MGV miterlebt hat. Deine anfänglichen Bedenken und Ängste waren unbegründet, weil kein anderer zu diesem Zeitpunkt diese Aufgabe besser hätte bewältigen können als Du. Es war immer wieder bewundernswert, wie du Dein Leben mit Beruf, Familie und Verein so einrichten konntest, dass niemand sich vernachlässigt fühlte. Im Jahre 2014 wurde Deine Arbeit für 50 Jahre Vorsitzender mit einer Goldnadel vom Chorverband gewürdigt. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch, dass Du schon 54 Jahre Vizechorleiter unseres Chores bist und bei vielen Ständchen zum Einsatz gekommen bist.

Aber auch sorgenvolle Momente gab es in Deinem Leben. Als Du im Jahre 1997 von einer heimtückischen Krankheit heimgesucht wurdest, haben viele befürchtet, dass Du dem Verein nicht mehr zur Verfügung stehen würdest. Aber das Schicksal wollte es anders. Nach Deiner Genesung, wobei Dir die Liebe zum Gesang und Deine Familie und auch Freunde sehr geholfen haben, bist Du mit großer Unterstüzung aller Vorstandsmitglieder wieder an die Spitze des Vereins getreten bis zum heutigen Tag.

Viel schöne Momente, in Gestalt von grandiosen Konzerten und öffentlichen Auftritten, säumten Deinen Weg. Der Verein hat mit seinem Gesang, auch mit Ständchen bei Goldhochzeiten oder anderen Anlässen, den Zuhörern viel Freude bereitet. Auch Schmerz und Trauer gehörten in all den Jahren zum Alltag des Vereinslebens. Wir sahen viele ehrenwerte Sangesbrüder aus dem Leben scheiden und trugen sie zu Grabe. Besonders möchte ich an den Tod von unserem langjährigen Chorleiter und väterlichen Freund, Werner Marx, erinnern, der über vierzig Jahre unser Chorleiter war. Durch eine heimtückische Krankheit wurde er jäh aus dem Leben gerissen.

Aber alle vorab genannten Ereignisse gehören einfach zum Leben und wir haben keinen Einfluss darauf. Jeder hat im Leben seine Berufung, was er daraus macht, entscheidet er selber. Du bist bis zum heutigen Tag Deiner Berufung gefolgt und hast Deinen Weg erfolgreich beschritten.

Nun hast Du nach dem Jubiläumsjahr des Vereins Dein Amt nach über fünfzig Jahren aufgegeben und hast mit Klaus Buckenhüskes einen würdigen Nachfolger gefunden. Du bist ja nicht mehr der jüngste und hast, auch wenn es schwerfällt, einen ruhigeren Lebensabend verdient. Wir gönne Dir ein ruhigeres Leben. Wir wünschen Dir die nötige Gesundheit, Zufriedenheit in der Familie und noch viel Freude beim Singen im Kreise Deiner Sangesfreunde.

Wir schätzen Dich als wunderbaren Menschen, und ich persönlich bin immer noch glücklich, Dein Freund zu sein.

Es ist einfach nur schön, dass es Dich gibt.

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